Silvia Venturini Fendi übergibt
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Silvia Venturini Fendi übergibt

Silvia Venturini Fendi verlässt Fendi nicht: Sie wechselt die Position

integriertes wettbewerbsfähiges industrielles Ökosystem

Wenn man heute über Silvia Venturini Fendis „Abschied“ spricht, bedarf es einer wesentlichen Nuance

Die Designerin verabschiedet sich nicht endgültig von Fendi. Am 29. September 2025 gab das Modehaus bekannt, dass sie mit Wirkung zum 1. Oktober zur Ehrenpräsidentin von Fendi ernannt wird. Ihre Aufgaben entwickeln sich weiter: Sie wird nun dazu beitragen, das Erbe, die Expertise , die Geschichte und das Universum von Fendi Casa zu bewahren und zu fördern .

Diese Entwicklung markiert das Ende einer außergewöhnlichen Karriere seit der Gründung des Unternehmens, aber nicht das Ende der Verbindung zwischen Silvia Venturini Fendi und dem Familienunternehmen, dessen dritte Generation sie repräsentiert. Der Übergang ist daher weniger ein Bruch als vielmehr eine Staffelübergabe. Und dies geschieht zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt: 2025 feiert Fendi sein 100-jähriges Jubiläum.

Fendi, ein römisches Modehaus, gegründet 1925

Die Geschichte beginnt in Rom. 1925gründeten Adele Casagrande und Edoardo Fendi das Modehaus und eröffneten ihre erste Boutique, die sich auf Taschen und Pelzwaren spezialisierte.

Ein Jahrhundert später sind die Codes dieses Ursprungs immer noch strukturierend: Leder, Selleria, Handwerkskunst, Experimentieren mit Materialien, römische Eleganz und familiäre Weitergabe.

Diese Kontinuität erklärt zum Teil, warum der Wechsel der kreativen Ausrichtung eine besondere Bedeutung hat.

Fendi ist nicht einfach nur eine Marke, deren Designer mit jedem Zyklus die Codes ändern können.

Ihre Identität basiert auf mehreren Generationen von Frauen, auf Werkstätten und auf Objekten, die zu Sinnbildern geworden sind.

Silvia Venturini Fendi befindet sich genau an der Schnittstelle dieser beiden Dimensionen: Erbin des Hauses und Schöpferin eines Teils seines zeitgenössischen Vokabulars.

Von Karl Lagerfeld bis Silvia Venturini Fendi: mehr als dreißig Jahre im Zentrum der Kreation

Silvia Venturini Fendi trat 1992 der künstlerischen Leitung an der Seite von Karl Lagerfeld.

Ab 1994übernahm sie die Verantwortung für Accessoires und später für Herrenmode. Sie arbeitete bis zu Lagerfelds Tod im Jahr 2019 mit ihm zusammen, nach einer 54-jährigen Kooperation zwischen ihm und Fendi. Diese lange Zugehörigkeit verleiht ihr eine einzigartige Position. Silvia Venturini Fendi erlebte mehrere Epochen von Fendi: das Familienunternehmen Fendi, das Fendi von Karl Lagerfeld und die internationale Expansion innerhalb des LVMH-Konzerns, der 2001 Mehrheitsaktionär wurde.

Dann folgten die Jahre unter Kim Jones, bevor er zusätzlich die Verantwortung für die Damenkollektionen zum hundertjährigen Jubiläum übernahm.

Damit sicherte sie eine seltene Form der Kontinuität in einer Branche, die an einen schnellen Wechsel der künstlerischen Leiter gewöhnt ist.

Das Baguette: Die Geste, die Fendis Geschichte veränderte

Wenn man nur ein Objekt aus dem Werk von Silvia Venturini Fendi auswählen könnte, wäre es wahrscheinlich das Baguette.

Die 1997 entworfene Tasche wird von Fendi nun als erste echte „It-Bag“ präsentiert . Ihre kompakte Form ist zum Tragen unter dem Arm konzipiert, daher auch der Name, der sich auf das französische Baguette bezieht.

Seine Stärke liegt in einer einfachen Idee: eine sofort erkennbare Silhouette beizubehalten und gleichzeitig durch Materialien, Stickereien, Farben und Kooperationen immer wieder neu zu erfinden.

Manche Ausführungen erfordern mehrere Stunden Stickarbeit und Tausende von Perlen oder Pailletten.

Das Baguette wird somit gleichzeitig zum Handelsprodukt, zum handwerklichen Medium und zur kreativen Plattform.

Diese Logik erklärt seine Langlebigkeit. Während ein Trendprodukt ständig ersetzt werden muss, kann eine wahre Ikone immer wieder neu interpretiert werden.

Luxe Daily hatte bereits einen Artikel dem Phänomen rund um die Tasche und ihre digitalen Varianten gewidmet.

Baguette und Peekaboo: zwei ikonische Designs von Silvia Venturini Fendi

Silvia Venturini Fendis Beitrag zu Lederwaren beschränkt sich nicht auf das Baguette-Modell. Sie entwarf 2008 auch das Peekaboo-Modell.

LVMH präsentiert heute offiziell die Baguette und die Peekaboo als zwei zeitlose Taschen, die aus der Kreativität und Expertise des Hauses entstanden sind. Diese Fähigkeit, langlebige Accessoires zu kreieren, ist strategisch wichtig.

In der Luxusbranche erfüllen ikonische Taschen mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie generieren Umsatz, bieten einen Zugang zur Marke, verleihen der Handwerkskunst ein Gesicht und schaffen Kontinuität zwischen Generationen von Kunden.

Für die neue kreative Ausrichtung besteht die Herausforderung daher nicht nur darin, das Baguette oder das Peekaboo zu bewahren. Sie müssen auch die nächste Fendi-Ikone.

Selleria: die wahre handwerkliche DNA von Fendi

Die andere historische Säule des Hauses hat einen Namen: Selleria. Der Begriff stammt direkt aus der italienischen Sattlerei.

Fendi erklärt, dass die erste Selleria-Ziernaht aus dem Jahr 1925, als römische Sattlermeister ihre Technik an Adele und Edoardo Fendi weitergaben.

Ein Jahrhundert später verwenden Kunsthandwerker immer noch handgenähtes Cuoio-Romano. Einige Stücke sind mit einer Sterlingsilberplakette versehen, die eine individuelle Seriennummer und die Jahreszahl 1925 trägt.

Diese Kontinuität ist ein beträchtlicher Vorteil in einer Zeit, in der Luxusmarken ihre Preise besser rechtfertigen müssen. Eine Traditionsmarke kann sich nicht länger allein auf ihr „Know-how“ verlassen.

Silvias letztes großes kreatives Kapitel: das Fendi-Jubiläum

Im Februar 2025 inszenierte Silvia Venturini Fendi die Herbst/Winter-Show 2025/26, die das 100-jährige Jubiläum des Modehauses feiern sollte. Die Herren- und Damenkollektionen wurden zusammengeführt. Anstatt die Archive einfach zu reproduzieren, ließ sich die Designerin von persönlichen Erinnerungen – realen wie imaginären – inspirieren, um Vergangenheit und Zukunft miteinander zu verbinden. Die Kulisse erinnerte an die historischen Salons der Via Borgognona in Rom, die mit den fünf Fendi-Schwestern in Verbindung stehen.

Die Kollektion vereint mehrere grundlegende Elemente der Haussprache: Schneiderkunst, Leder, Selleria, verarbeiteter Pelz, Baguette, Peekaboo und handwerkliches Experimentieren.

Neue Modelle wie die Taschen Fendi Giano und Fendi Luiwerden ebenfalls vorgestellt. Die Show wirkt beinahe wie eine Synthese. Bevor Silvia Venturini Fendi eine neue Aufgabe übernimmt, fasst sie ein Jahrhundert Geschichte zusammen und erinnert uns daran, was Fendi im Zuge seiner Weiterentwicklung bewahren muss.

Frühjahr/Sommer 2026: Silvia Venturinis neueste Vision für Fendi

Wenige Tage vor der Bekanntgabe ihrer neuen Position Silvia Venturini Fendi auch die Kollektionen Frühjahr/Sommer-.

Die Kollektion vereint feminine und maskuline Silhouetten, polychromatische Farben, luftige Strickwaren, perforiertes Leder, Transparenz und Stickereien. LVMH beschreibt eine Garderobe, deren scheinbare Schlichtheit eine große Komplexität in der Konstruktion verbirgt. Dieser Punkt fasst treffend einen Teil der Markengeschichte zusammen. Bei Fendi darf Überschwang niemals die technische Perfektion in den Schatten stellen. Und technische Perfektion darf niemals dazu führen, dass sich das Kleidungsstück schwer anfühlt.

Laut Silvia Venturini Fendi bleibt römischer Luxus eine Frage kontrollierter Widersprüche: Ernsthaftigkeit und Humor, Architektur und Flexibilität, Tradition und Respektlosigkeit.

Maria Grazia Chiuri folgt auf Silvia Venturini Fendi

Die Ungewissheit dauerte letztendlich nur zwei Wochen. Am 14. Oktober 2025gab LVMH offiziell die Ernennung von Maria Grazia Chiuri zur Kreativdirektorin von Fendi. Diese Wahl ist von besonderer symbolischer Bedeutung. Maria Grazia Chiuri ist keine Unbekannte bei Fendi; sie kehrt zurück. Die Designerin selbst erklärt, dass sie ihre berufliche Laufbahn bei den fünf Fendi-Schwestern, bevor sie ihre Karriere bei Valentino und anschließend bei Dior fortsetzte.

Mit ihrer Ankunft schließt sich ein besonders starker Kreis: Ein familiengeführtes Modehaus, gegründet und aufgebaut von Frauen, begrüßt eine Frau als Kreativdirektorin, deren Karriere in den eigenen Ateliers begann. Luxe Daily analysierte diese Ernennung unmittelbar nach ihrer offiziellen Bekanntgabe.

Eine neue Organisation um Maria Grazia Chiuri und Ramon Ros

Der kreative Wandel geht mit einer Erneuerung des Top-Managements einher. Am 1. Juli 2025 wird Ramon Ros CEO von Fendi. LVMH hebt dabei seine Expertise im Luxuseinzelhandel und in der Kundenbetreuung hervor , die er insbesondere bei Louis Vuitton in Festlandchina erworben hat, sowie seine Erfahrung in der Entwicklung von Markenattraktivität. Die Reihenfolge der Ernennungen ist daher besonders klar:

Ramon Ros wird die Bereiche Strategie, Einzelhandel und Kundenbeziehungen leiten. Maria Grazia Chiuri wird die kreative Vision verantworten. Silvia Venturini Fendi wird als Ehrenpräsidentin das Erbe bewahren und weitergeben. Fendi bietet somit drei Führungsebenen, die sich alle derselben Herausforderung stellen: Wie lässt sich ein Jahrhundert Geschichte in zeitgenössische Begehren verwandeln?

„Meno io, più noi“: Maria Grazia Chiuris erster Fendi

Die erste Antwort darauf kommt mit der Herbst-Winter-Kollektion 2026/27. Maria Grazia Chiuri wählt ein Motto, das sowohl einem kreativen Programm als auch einer Managementaussage ähnelt:

„Meno io, più noi“ – „Weniger ich, mehr wir“. Dieser Satz bekräftigt den Wert der gemeinsamen Arbeit, der eng mit der Geschichte der fünf Fendi-Schwestern verbunden ist.

Diese Entscheidung ist besonders interessant in einer Branche, die ihre Erzählungen lange um das einsame Genie des künstlerischen Leiters aufgebaut hat. Maria Grazia Chiuri schlägt beinahe das Gegenteil vor. Bei Fendi darf der Designer nicht zulassen, dass das Modehaus hinter seinem Namen verschwindet. Er muss die Werkstätten, die Archive, die Kunsthandwerker und die verschiedenen Generationen miteinander verbinden.

Eine erste Kollektion, die Strenge, Sinnlichkeit und Erinnerung vereint

In dieser ersten Show werden Herren- und Damensilhouetten gemeinsam präsentiert. Schwarz dominiert. Sinnlichkeit wird durch Spitze, fließende Kleider, Transparenzen und die Betonung des Körpers erzeugt, während weiße Kragen, Tiermuster und militärische Anspielungen visuelle Spannungen schaffen.

Ein System namens „Echo of Love“ ermöglicht die Umwandlung alter Pelze in neue Stücke. Diese Initiative hat eine starke symbolische Bedeutung.

Fendi lehnt ein Material, das historisch gesehen zentral für seine Geschichte war, nicht ab. Vielmehr experimentiert das Modehaus mit einer Art, es durch die Zeit zirkulieren zu lassen. Die Vergangenheit wird zum Rohmaterial der Gegenwart.

Archivmaterial, aber keine Nostalgie

Dies ist wohl eine der größten Herausforderungen für Maria Grazia Chiuri. Das neue Fendi kann nicht allein von seinen Archiven leben. Aber es kann sie auch nicht ignorieren.

Das Haus besitzt hundert Jahre an Objekten, Techniken und Bildern: Baguette, Peekaboo, Selleria, FF, Palazzo della Civiltà Italiana, Pelz, Leder, römische Werkstätten, Karl Lagerfeld und Familiengeschichte.

Das kulturelle Potenzial ist immens. Die Herausforderung besteht darin, zwei Fallstricke zu vermeiden. Der erste wäre eine bloße Wiederholung der Vergangenheit. Der zweite ein so radikaler Bruch, dass Fendi unkenntlich würde. Schon die Arbeit mit den Archiven stellt das Modehaus vor eine bedeutende redaktionelle Herausforderung. Lesen Sie mehr dazu auf Luxe Daily: Fendi feiert und reaktiviert das Erbe von Karl Lagerfeld

Nachhaltigkeit bei Fendi: Verpflichtungen, die sich nun quantifizieren lassen

Der ursprüngliche Text sprach im Allgemeinen von einem „verantwortungsvollen Wandel“. Offizielle Quellen erlauben mittlerweile eine wesentlich höhere Präzision.

Fendi strukturiert seine Umweltpolitik anhand mehrerer Themen: verantwortungsvolle Materialien, Kreislaufwirtschaft, Rückverfolgbarkeit der Lieferkette, Produktkonformität, Abfallreduzierung und Langlebigkeit.

Am wichtigsten ist jedoch, dass bestimmte Indikatoren öffentlich zugänglich gemacht werden. Bis 2025 sollen laut dem Modehaus 81 % der von Fendi verwendeten Textilmaterialien nach den wichtigsten bestehenden Sozial- und Umweltstandards zertifiziert sein

Diese Daten sind weitaus wertvoller als eine vage Formel über „ökologische Verantwortung“. Sie ermöglichen es uns, Fortschritte zu verfolgen und somit gegebenenfalls Menschen zur Rechenschaft zu ziehen.

Bananatex und Bio-Baumwolle: Materialinnovationen halten Einzug in die erste Chiuri-Kollektion

Die Herbst/Winter-Kollektion 2026/27 liefert ein konkretes Beispiel für diese Forschung. Fendi präsentiert Denim aus Bio-Baumwolle und Bananatex®-Abacafasern, entwickelt in Zusammenarbeit mit Berto Industria Tessile. Das Modehaus beschreibt diese Entwicklung als das Zusammenwirken von Bio-Materialien, technischer Innovation und verantwortungsvolleren Produktionsmethoden. Der Reiz geht dabei über das Material selbst hinaus.

Ökologische Verantwortung ist von Anfang an, bereits in der ersten Kollektion, in die kreative Arbeit des neuen Managementteams integriert. Dies ist eine bedeutende Entwicklung.

Im Luxussektor wird Nachhaltigkeit erst dann wirklich glaubwürdig, wenn sie nicht länger nur ein Randaspekt ist, sondern in den normalen Designprozess Einzug hält.

Kreislaufwirtschaft: Fendi arbeitet auch mit vorhandenen Lagerbeständen und Materialien

Kreislaufwirtschaft ist ein weiterer dokumentierter Schwerpunkt. Fendi erklärt, dass das Unternehmen an der Wiederverwendung, dem Recycling und der Rückgewinnung von Materialien am Ende der Produktion arbeitet.

Das Modehaus arbeitet insbesondere mit Nona Source, einer von LVMH ins Leben gerufenen Plattform zur Wiederverwertung ungenutzter Stoffe, Leder und anderer Materialien aus den Beständen der Konzernmarken.

Das erklärte Ziel des Unternehmens für 2026 ist es, allen ausgedienten Rohstoffen durch Recycling, Wiederverwendung oder Spende ein zweites Leben zu geben. Dieser Ansatz entspricht einer Branche, in der die wertvollsten Ressourcen nicht länger als Wegwerfartikel betrachtet werden können.

Reparatur: Fendi wandelt den Kundendienst in ein Instrument für Kreislaufwirtschaft um

Eine der interessantesten Informationen betrifft Reparaturen. Fendi gibt an, dass sein weltweites Boutiquennetzwerk Reparatur- und Restaurierungsdienste für seine Produkte organisiert, unabhängig von Kaufdatum und -ort.

Das Unternehmen gibt an, jährlich weltweit mehrere tausend Artikel zu reparieren und zu restaurieren. Dieser Ansatz ist besonders relevant für eine Marke, die für ihre Taschen bekannt ist.

Eine Luxustasche, die nach zehn oder zwanzig Jahren restauriert werden kann, hat einen anderen Wert als ein Produkt, das ausschließlich für den Erstverkauf konzipiert wurde.

Fendi entwickelte 2021 sogar das Peekaboo Spa und erweiterte das Konzept 2024 unter dem Namen Icons Spa. Nachhaltigkeit wird somit Teil des Kundenerlebnisses.

Die Pflege einer Ikone trägt dazu bei, sowohl das Produkt als auch die Beziehung zu seinem Besitzer und den kulturellen Wert des Hauses zu bewahren.

Kundenerlebnis: Termine, Berater und Online-Käufe

Die neue Ära bei Fendi beschränkt sich nicht nur auf die Laufstege. Das Modehaus entwickelt seine Dienstleistungen auch weiter und baut dabei auf einer individuelleren Kundenbeziehung auf.

Auf seiner französischen Website bietet Fendi personalisierte Termine im Geschäft oder per Fernzugriff mit einem Kundenberater, außerdem die Möglichkeit zum Online-Kauf und verschiedene Premium-Services.

Diese Dimension deckt sich direkt mit Ramon Ros' Expertise im Kundenmanagement. Für eine hochpreisige Marke muss das Erlebnis den Wert des Produkts steigern.

Die Verfügbarkeit des Beraters, die Fachkenntnis über das Ersatzteil, die Nachbetreuung nach dem Kauf und die Möglichkeit, eine Reparatur zu veranlassen, werden allesamt zu Elementen eines luxuriösen Service.

Hand in Hand: Die Verwandlung des Baguette in ein Manifest italienischen Know-hows

Das Hand in Hand -Programm ist eines der überzeugendsten Beispiele dafür, wie Fendi eine Ikone erneuern kann, ohne sie zu trivialisieren.

Das Haus lud Werkstätten und Kunsthandwerker aus verschiedenen italienischen Regionen ein, das Baguette mit ihrem eigenen lokalen Know-how neu zu interpretieren.

Jede Kreation wird so zu einem handgefertigten Kunstwerk, das in streng limitierter Auflage produziert wird. Der strategische Vorteil ist zweifach: Fendi erhält die Begehrlichkeit des Baguette-Logos aufrecht und lenkt den Fokus vom schlichten Logo auf die technischen Aspekte. Genau das ist es, was viele Luxusmarken heute anstreben: zu erklären, warum ein Produkt seine Existenz verdient.

Fendi Casa: Warum Silvia strategisch bleibt

Silvia Venturini Fendis neue Rolle umfasst ausdrücklich die Förderung von Fendi Casa. Dies ist kein unwichtiges Detail. Design und Dekoration ermöglichen es Luxusmarken, ihre Reichweite über Bekleidung hinaus zu erweitern.

Fendi Casa arbeitet bereits mit zeitgenössischen Designern zusammen und interpretiert die Codes des Hauses neu, darunter die Nähte, das Cuoio Romano-Leder, Selleria und das FF-Motiv.

In ihrer Rolle als Ehrenpräsidentin kann Silvia somit eine Art Garantin für die kulturelle Kohärenz von Fendi werden. Die kreative Leitung der Marke wechselt.

Die vier Herausforderungen von Maria Grazia Chiuri bei Fendi

Um eine sofort erkennbare römische Identität zu bewahren

Fendi verfügt über eine starke kulturelle Verankerung. Rom ist nicht bloß eine Marketingkulisse. Die Stadt prägt die Architektur, die Farben, die Beziehung zur Monumentalität und die Persönlichkeit des Hauses. Maria Grazia Chiuri muss diese Identität nutzen, ohne in Klischees zu verfallen.

Erstelle die Symbole nach Baguette und Peekaboo

Zwei ikonische Taschen sind ein Pluspunkt. Doch ein Modehaus kann nicht ewig von nur zwei Erfolgen leben. Die Fähigkeit, ein neues, sofort wiedererkennbares Produkt zu kreieren, wird in dieser neuen Ära einer der wichtigsten Erfolgsindikatoren sein.

Know-how in verständlichen Wert umwandeln

Handgenähtes Selleria-Leder, Restaurierungsarbeiten, Stickereien und innovative Materialien sind allesamt Elemente, die den Wert von Luxus rechtfertigen können. Doch sie müssen präsentiert werden. Die Geschichte der Handwerkskunst muss erfahrbar werden, anstatt nur dekorativ zu sein.

Nachhaltigkeit soll eine nachweisbare Tatsache sein, kein Versprechen

81 % der Textilien sollen bis 2025 zertifiziert werden. Die Wiederverwendung vorhandener Bestände, Reparaturdienste und Materialinnovationen sind nachweisbare Ausgangspunkte. Die Ergebnisse müssen im Laufe der Zeit gemessen werden.

Auf diese Weise wird Fendi Nachhaltigkeit in ein Element des Vertrauens und nicht in ein Werbeargument verwandeln können

Fendi unter Maria Grazia Chiuri: mehr als nur ein Wechsel der künstlerischen Leitung

Der Übergang zwischen Silvia Venturini Fendi und Maria Grazia Chiuri erzählt letztlich eine umfassendere Geschichte über die Entwicklung des Luxus. Vor einigen Jahren wurde ein Wechsel der kreativen Ausrichtung vor allem aus der Perspektive der Bekleidung analysiert.

Heute beschäftigt sich das Unternehmen auch mit den Bereichen Produkt, Zubehör, Materialien, Tradition, Einzelhandel, kulturelle Kooperationen, Nachhaltigkeit und Kundenbeziehungen.

Bei Fendi ist dieser Wandel besonders deutlich, weil die Familiengeschichte weiterhin allgegenwärtig ist. Maria Grazia Chiuri fängt nicht bei null an; sie übernimmt ein Jahrhundert Erbe. Silvia Venturini Fendi verschwindet nicht: Sie wird Ehrenpräsidentin und Hüterin des Erbes. Ramon Ros bringt eine ausgeprägte Einzelhandelskultur und Kundenorientierung mit. Und die neue kreative Ausrichtung reagiert mit einer überraschend treffenden Formel: weniger „Ich“, mehr „Wir“.

Warum lohnt es sich, die neue Ära von Fendi zu verfolgen?

Maria Grazia Chiuris erste Kollektion lässt bereits mehrere Richtungen erkennen: eine Rückkehr zum Kollektiv, die zentrale Bedeutung italienischer Handwerkskunst , die Wiederverwendung bestimmter Materialien, textile Experimente, den Dialog mit Künstlern und die Erneuerung der Damen- und Herrengarderobe.

Luxe Daily verfolgt diese neue Ära bereits, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Haute Couture, Kunst und römischem Erbe. Die Frage lautet nicht mehr: Wer wird Silvia Venturini Fendi nachfolgen? Das ist entschieden. Die eigentliche Frage ist nun viel spannender: Was wird Maria Grazia Chiuri mit dem Erbe anfangen, das Silvia Venturini Fendi ihr hinterlässt?

Wenn es dem Haus gelingt, die Stärke seiner Ikonen zu bewahren und gleichzeitig neue Objekte der Begierde zu schaffen, sein Know-how sichtbarer zu machen und greifbare Beweise für seinen ökologischen Wandel zu liefern, kann Fendi sein hundertjähriges Bestehen zu einem echten Ausgangspunkt machen.

FAQ – Silvia Venturini Fendi und Fendis neue kreative Richtung

Hat Silvia Venturini Fendi Fendi verlassen?

Nein. Sie hat ihre operative kreative Führungsrolle abgegeben, bekleidet aber seit dem 1. Oktober 2025 das Amt der Ehrenpräsidentin von Fendi.Sie unterstützt weiterhin das Erbe des Hauses, seine Handwerkskunst und Fendi Casa.

Wer ist der neue künstlerische Leiter von Fendi?

Maria Grazia Chiuri wurde am 14. Oktober 2025 zur Chief Creative Officer von Fendi. Sie kehrte damit zu dem Modehaus zurück, in dem sie ihre Karriere begonnen hatte.

Wann präsentierte Maria Grazia Chiuri ihre erste Fendi-Kollektion?

Ihre erste Kollektion ist Fendi Herbst-Winter 2026-2027, die in Mailand präsentiert und von LVMH am 5. März 2026.

Wer hat die Fendi Baguette-Tasche entworfen?

Die Baguette-Tasche wurde 1997 von Silvia Venturini Fendi entworfen.Fendi präsentiert sie heute als seine erste „It-Bag“.

Wer hat das Guck-Guck-Spiel erfunden?

Die Peekaboo , eine weitere ikonische Fendi-Tasche, wurde 2008 von Silvia Venturini Fendi entworfen .

Was ist Selleria Fendi?

Selleria bezeichnet eine Lederverarbeitungstradition, die bis ins Jahr 1925 zurückreicht und sich insbesondere durch handgenähte Nähte auszeichnet, die mit Techniken hergestellt werden, die von römischen Sattlermeistern inspiriert sind .

Repariert Fendi seine alten Taschen?

Ja. Fendi gibt an, über sein internationales Boutiquennetz Reparatur- und Restaurierungsdienste anzubieten und behauptet, jedes Jahr mehrere tausend Produkte zu restaurieren

Engagiert sich Fendi für nachhaltige Mode?

Das Modehaus entwickelt verschiedene Initiativen mit Fokus auf Materialien, Rückverfolgbarkeit, Kreislaufwirtschaft, Wiederverwendung und Produktlebensdauer. Bis 2025 sollen laut Fendi 81 % der Textilmaterialien nach den wichtigsten bestehenden Sozial- und Umweltstandards zertifiziert sein.

3 offizielle französische Quellen

  1. LVMH – Silvia Venturini Fendi wurde zur Ehrenpräsidentin von Fendi ernannt, offizielle Pressemitteilung vom 29. September 2025.Siehe
    die offizielle LVMH-Quelle.
  2. LVMH – Maria Grazia Chiuri wird Chief Creative Officer von Fendi, offizielle Pressemitteilung veröffentlicht am 14. Oktober 2025.
  3. Fendi France – Fendi Selleria seit 1925, offizielle Präsentation der Geschichte von Selleria, Cuoio Romano und des handwerklichen Know-hows des Hauses.

Quelle des Originalartikels: Luxury Daily – Silvia Venturini Fendi tritt als Kreativdirektorin zurück.

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